Aktuelles

Vortragsreihe:

"Demokratie ist schön, macht aber viel Arbeit – 70 Jahre Grundgesetz"


Das Grundgesetz als die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ist am 23. Mai 1949 verkündet worden und am nächsten Tag in Kraft getreten. 70 Jahre ist das her. „Demokratie ist schön, macht aber viel Arbeit“ – dieses leicht abgewandelte Zitat von Karl
Valentin steht als Motto über den drei Vorträgen.


Die drei Vorträge behandeln drei unterschiedliche Aspekte:

 

Im ersten steht der Wandel, die Änderungen des Grundgesetzes seit seinem Inkrafttreten im Fokus … Der Referent beschäftigt sich dabei auch mit der überhaupt nicht akademischen Frage, ob das Grundgesetz grundgesetzwidrig sein kann.


Im zweiten Vortrag wird die Geschichte und die Arbeit des Bundesverfassungs-gerichts beleuchtet, das eine enge Beziehung zum Grundgesetz hat: erstens verdankt es ihm seine Existenz, und zweitens gilt es als sein oberster Hüter – und ist damit auch zum obersten Hüter der offenen Gesellschaft berufen.


Im dritten Vortrag liegt das Augenmerk auf den politischen Parteien. Sie verdanken ihre herausragende Rolle im politischen Gefüge dem Grundgesetz, das ihnen in Artikel 21 eine besondere Aufgabe zuerkennt, vermutlich einmalig in der Welt, dass politische
Parteien in positiver Weise in einer Verfassungsurkunde genannt werden. Es wird um Geschichte, Gegenwart und Zukunft der politischen Parteien in Deutschland – eine Diskussion mit offenem Ausgang.


Dozent: Bernd Riedel, Historiker und Ex-Lokalredakteur aus Wunstorf.


Wer sich vorbereiten möchte: Die (fast) aktuelle Ausgabe des Grundgesetzes (Stand Juli 2017) ist kostenlos bestellbar auf http://www.bpb.de/shop/buecher/grundgesetz/

 

Termine im Roten Lehmhaus, immer um 19 Uhr:
Donnerstag, 24. Oktober 2019
Donnerstag, 21. November 2019

Donnerstag, 13. Februar 2020
 

„Nichts ist sicher“-

Sind Rechtspopulismus und Antifeminismus eine Bedrohung unserer Gleichstellungspolitik?

 

10. Mai 2019 19 Uhr,

Rotes Lehmhaus, Wasserzucht 22 in Wunstorf

 

Referentin: Brigitte Triems, Vorsitzende des dfb e. V. und ehemalige Präsidentin der Europäischen Frauenlobby EWL, Brüssel

 

Frauen in Europa verfügen heute über bedeutend mehr Rechte als vorangegangene Generationen. Sie wurden in jahrelangem Ringen erkämpft. Die Chancen zur Verwirklichung eigener Lebensentwürfe und der Abbau von Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts schienen weitgehend gesellschaftlicher Konsens, auch wenn es an der konsequenten Umsetzung rechtlicher Regelungen zur Gleichstellung von Frauen und Männern immer noch mangelt. Dieser Konsens wird
mit dem Erstarken rechtspopulistischer Kräfte und ihrer Parteien in Europa infrage gestellt. Mit ihren antifeministischen Einstellungen propagieren Rechtspopulist*innen rückwärtsgewandte Frauen- und Familienbilder, greifen Gleichstellungspolitik und  Genderforschung an und wollen erreichte Frauenrechte abschaffen.


Der Vortrag beleuchtet am Beispiel ausgewählter rechtspopulistischer Parteien in Europa und im Europäischen Parlament die Positionen, die diese Parteien zu Frauenrechten und zur Gleichstellung von Frauen und Männern vertreten. Sie bedrohen die Rechte von Frauen und bedeuten einen Rückschritt auf dem Wege zu wirklicher Gleichstellung.

Vortrag von Heiko Holste: Warum Weimar?

 

Im Rahmen des Projektes „Wunstorf in der Weimarer Republik. Demokratie zwischen den Katastrophen“, über das bereits mehrfach berichtet wurde, gibt es eine ergänzende Reihe von Begleitveranstaltungen, an denen sich die Stiftung „Rotes Lehmhaus“ mit dem folgenden Beitrag beteiligt.

 

In Zusammenarbeit mit dem vor zwei Jahren ins Leben gerufenen Arbeitskreises des Projektes „Wunstorf in der Weimarer Republik“ hält

 

Dr. Heiko Holste

am Sonntag, dem 3. Februar um 17.00 Uhr

in der Abtei

 

auf Einladung der Stiftung „Rotes Lehmhaus“ eine Lesung/ einen Vortrag mit dem Thema

 

 „Warum Weimar? Wie Deutschlands erste Republik zu ihrem Geburtsort kam“

 

Im Jahre 2019 feiert die Demokratie in Deutschland ihren 100. Geburtstag. Nach Ende des Ersten Weltkriegs hatte die Monarchie ihre Legitimation verloren und musste einer neuen, parlamentarisch-demokratischen Staatsform weichen, die Grundrechte und politische Teilhabe gewährte.  

 

Weimar – die Stadt, in der die Verfassungsgebende Nationalversammlung ab dem 6. Februar 1919 tagte, ist zu dem Synonym für die Jahre 1918 bis 1933 geworden und als politischer Erinnerungsort in das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingegangen. Zahlreiche deutsche Städte hatten sich darum beworben, Tagungsort der Nationalversammlung zu werden und einen Städtewettbewerb geliefert wie bei einer Olympia-Bewerbung. Bamberg, Eisenach, Erfurt, Frankfurt, Kassel, Nürnberg und Würzburg – sie alle boten sich als Tagungsort an und manche träumten davon, Berlin als Hauptstadt abzulösen. Doch warum wurde die erste deutsche Republik ausgerechnet in einer Kleinstadt in Thüringen gegründet? Wie kam es zu dieser Ortswahl? Wer traf sie?

 

Die Hintergründe zu dieser Entscheidung hat Dr. Heiko Holste, in seinem Buch „Warum Weimar? Wie die erste deutsche Republik zu Ihrem Geburtsort kam“ beschrieben. Wir freuen uns auf einen spannenden Nachmittag in der Abtei mit ihm und würden uns freuen, Sie dort begrüßen zu können.

 

 

Vortragsreihe "Lob der Demokratie" im Roten Lehmhaus

 

Die Stiftung Rotes Lehmhaus lädt zu einer dreiteiligen Vortragsreihe ins Rote Lehmhaus in Wunstorf, Wasserzucht 22, ein. Die Reihe trägt den Titel: Lob der Demokratie. Referent ist der Historiker, Buchautor und Journalist Bernd Riedel aus Wunstorf.

 

Die Reihe im Überblick:

 

Erster Vortrag:

Freitag, 17. November 2017, 18 Uhr:

"Lob der Demokratie I

Die Würde des Menschen – Über das Grundgesetz

 

Zweiter Vortrag:

Freitag, 16. Februar 2018, 18 Uhr:

"Lob der Demokratie II

Es kann nur eine geben – Über die Demokratie"

 

Dritter Vortrag:

Freitag, 23. März 2018, 18 Uhr:

"Lob der Demokratie III

Von den Grenzen des Einflusses: Über Kommunalpolitik"

 

Alle Vorträge beginnen um 18 Uhr im Roten Lehmhaus, Wunstorf, Wasserzucht 22. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

 

Im ersten Vortrag am 17. November, 18 Uhr, spricht Riedel über das Grundgesetz. Hat es im  öffentlichen Bewusstsein den Stellenwert, den es als einzigartiges Dokument deutscher Sprache haben sollte? „Ich biete keinen juristischen Blick auf das Grundgesetz“, sagt Riedel, „ich gehe vom Text aus, und der hat eine Menge Überraschendes zu bieten, wenn man ihn ernstnimmt.“

 

Der zweite Vortrag am 16. Februar 2018 beschäftigt sich mit dem Begriff der Demokratie. „Im Untertitel heißt es: Es kann nur eine geben“, erläutert  Riedel. „Ich möchte mit diesem Statement auf das meiner Ansicht nach fehlgeleitete Wort von der 'westlichen Demokratie' eingehen, die man anderen Kulturen angeblich 'nicht überstülpen' dürfe.“ Die Idee der Demokratie sei universal, und sie basiere auf einfachen, nachvollziehbaren und überall durchsetzbaren Grundprinzipien, sagt Riedel.

 

Der dritte Vortrag am 23. März 2018 nimmt die Kommunalpolitik in den Fokus. „Ich habe eine pauschale Kritik an Politikern noch nie verstanden“, sagt Riedel. Man müsse sich nur vergegenwärtigen, wie viel Mühe, Zeit und Sorge Kommunalpolitiker fast täglich, wöchentlich, monatlich, über Jahre auf sich nehmen, und das auf ehrenamtlicher Basis. „Ich habe noch keinen Kommunalpolitiker erlebt, der sich eine Entscheidung leicht gemacht hätte“, sagt Riedel, der als Redakteur in den Kommunen Wunstorf, Neustadt, Seelze und zuletzt Garbsen Kommunalpolitik hautnah miterlebt hat. Die überhöhten Erwartungen an Politik, sei es auf kommunaler, auf Landes- oder Bundesebene, sagt Riedel, habe „inzwischen dazu geführt, dass Politikern die menschlichsten aller Dinge, nämlich Fehler und Irrtümer, nicht mehr zugestanden werden“. Ob Kommunalpolitik nicht sogar Vorbildfunktion für Politik auf anderen Ebenen haben könnte, das will Riedel in seinem Vortrag beleuchten.

 

„Diese Vortragsreihe, die sich ausdrücklich das Lob der Demokratie zum Thema gemacht hat, passt nirgends besser als ins Programm der Stiftung Rotes Lehmhaus“, sagt Stiftungsvorsitzender Rolf Herrmann. Die Stiftung habe es sich zur Aufgabe gemacht, demokratische Ideen zu fördern – und das parteipolitisch unabhängig. „Für diese Unabhängigkeit steht Herr Riedel“, sagt Herrmann. Ihn freue besonders die positive Grundstimmung der Vortragsreihe: „Schwarzmaler haben wir schon genug in unserer Gesellschaft“, sagt Herrmann, „Lob der Demokratie – das lässt auf eine fruchtbare Diskussion hoffen.“

Stiftung diskutiert zum Thema Rechtspopulismus

 

Samstag, den 28. Mai 2016 um 17 Uhr in der Abtei (Wasserzucht 1 in Wunstorf)

 

Zum zweijährigen Bestehen der Stiftung Rotes Lehmhaus lädt diese alle Interessierten zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung mit dem Titel: „Man wird doch wohl noch sagen dürfen... – Rechtspopulismus in Europa und Deutschland“ am Samstag, den 28. Mai um 17 Uhr in die Abtei, Wasserzucht 22, Wunstorf ein. Referent ist Herr Dr. Sven Schönfelder. Er ist Sozialwissenschaftler und hat zu den Themen Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus veröffentlicht. „Wir wollen dem Phänomen Rechtspopulismus auf den Grund gehen“, erklärt hierzu der Stiftungsvorsitzende Rolf Herrmann. In den letzten Jahren hätten sich rechtspopulistische Parteien in vielen europäischen Staaten etablieren können. Auch in Deutschland würden viele einen Vormarsch der rechten Populisten sehen. Herrmann fragt: „Geht vom Rechtspopulismus eine Gefährdung der Demokratie aus, und wie kann Zivilgesellschaft Rechtspopulisten entgegentreten?“ In seinem Vortrag wird Dr. Sven Schönfelder Hintergründe für die Ergebnisse rechter Parteien sowohl bei der Europawahl als auch bei zurückliegenden Landtagswahlen hinterfragen: Welche Rolle spielt das Schüren antiislamischer Vorurteile für den neuen Rechtspopulismus? Sind Pegida oder AfD rechtspopulistische Bewegungen? Wo endet Rechtspopulismus und wo beginnt Rechtsextremismus? Nach seinem Vortrag steht Dr. Sven Schönfelder für Fragen und eine Diskussion zur Verfügung.

 

Die Stiftung Rotes Lehmhaus fördert ab sofort Projekte und Maßnahmen, die das Ziel einer gesellschaftlichen und sozialen Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern vor Ort haben. Die Förderausschreibung trägt den Titel "Willkommenskultur aktiv gestalten!". Bewerben können sich bis zum 30. November 2015 sowohl einzelne Personen oder Gruppen, wie auch Schulklassen, ortsansässige Vereine, Verbände und ähnliche Organisationen, die entsprechende Projekte voranbringen wollen.

 

Förderausschreibung: Willkommenskultur aktiv gestalten!

 

Förderung von innovativen Integrationsprojekten

  • Förderziel sind Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern.

 

Die Integrationsprojekte sollen folgende Zielgruppen beteiligen:

  • Erwachsene und jugendliche (12 bis 27 Jahre) Zuwanderer/innen
  • Neuzuwanderer/innen und bereits länger in Deutschland lebende Zuwanderer/innen

 

Folgende Ziele können dabei alternativ im Fokus stehen:

  • gleichberechtigte Teilhabe von Zugewanderten am gesellschaftlichen und politischen Leben
  • Verbesserung der wechselseitigen Akzeptanz (interkulturelle Öffnung) von Zugewanderten und Einheimischen
  • Stärkung der Kompetenzen von Zugewanderten

 

Anforderung an die vorgeschlagenen Projekte:

  • Das Vorhaben soll Modellcharakter haben und als Beispiel dienen können.

 

Mögliche Handlungsfelder der vorgeschlagenen Projekte (nicht abschließend):

  • Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements
  • Integration durch Freizeitangebote
  • Stärkung der interkulturellen Kompetenz

 

Mögliche Zuwendungsempfänger: Vereine, Initiativen, Migrantenorganisationen, Einzelpersonen, die in einer Initiative ein Projekt starten

 

Antragstellung:

  • Die Antragsfrist endet am 30. November  2015.


Wer Ideen für Projekte oder Maßnahmen hat oder weitere Informationen wünscht, kann sich hier melden. Hier können Sie ein Antragsformular herunterladen und erhalten weitere Informationen. 

 

Erstes Stiftungsfest der Stiftung Rotes Lehmhaus

 

Podiumsdiskussion mit Edelgard Bulmahn und Marina Wesiband:

Die Demokratie verändert sich und muss neu gestaltet werden!

 

Mit einer Podiumsdiskussion in der Abtei Wunstorf feierte die Stiftung Rotes Lehmhaus am Samstag in der Abtei mit den Bürgern, Stiftern und Vertreter aus Politik und Stadtgesellschaft ihr einjährige Bestehen. Die Stiftung nutze diese erste öffentliche Veranstaltung um sich und ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen. "Wir wollen anstiften. Wir stiften an, sich für die eigene Stadt zu engagieren. Wir stiften an, für das Gemeinwohl zu arbeiten. Wir stiften an, sich und für unsere Demokratie stark zu machen", so fasste Heike Leitner in Ihrer Begrüßung als stellvertretender Vorsitzende die Ziele der jungen Stiftung Rotes Lehmhaus zusammen.
 
In der sich anschließenden Podiumsdiskussion zum Zustand unserer Demokratie diskutierten die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Edelgard Bulmahn und das bekannte Mitglied der Piratenpartei, Marina Weisband, ob sich unserer Demokratie in der Krise befindet und ob mehr Beteiligung und direkte Demokratie ein Weg aus dieser Krise sein könne? "Die Zahlen rückläufiger Wahlbeteiligung, die uns nach jeder Wahl vorgelegt werden, belegen eindrucksvoll die Dringlichkeit der Frage nach der Akzeptanz unseres Systems", begründete Torben Klant, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung, die Intention der Stiftung zu dieser Diskussion. Auf die Frage der Moderatorin Dr. Jessica Löser, ob wir uns einer Krise befinden, waren sich die Diskussionsteilnehmerinnen einig: Probleme: ja, Krise: nein. Weisband prägte zu Beginn das Wort von der "Konsumdemokratie", in der viele Bürgerinnen und Bürger auch aus Bequemlichkeit nicht mehr beteiligen. Bulmahn machte deutlich, dass es immer auf das aktive Aushandeln von Interessen ankomme. "Der Kompromiss ist der Kern der Demokratie", doch das werde oftmals von Kritikerin übersehen, weil heute viele nur 100% ihrer eigenen Meinung durchsetzen wollen. Für direktdemokratische Verfahren zeigten sich beide offen. Sie seien eine sinnvolle Ergänzung unserer repräsentativen Demokratie, Wunder erwarteten beide allerdings nicht von ihnen. "Die Wahlbeteiligung wird sich dadurch nicht automatisch erhöhen", so Bulmahn. Wichtig sei, dass sich unsere Demokratie verändere und dass dieser Veränderungsprozess auf allen Ebenen aktiv gestaltet werde. Sie erinnerte mit Verweis auf die alte gewerkschaftliche Forderung "Demokratie hört nicht am Werkstor auf!", dass Demokratie als ein zivilgesellschaftliches Prinzip gelebt und überall und früh erlebbar sein müsse - z.B. in der Schule. Die Form der demokratischen Beteiligung müsse dabei auf der Höhe der Zeit sein. Es bedarf neuer Instrumente, doch das demokratische Prinzip bleibe das gleiche.
 
Marina Weisbands Anliegen ist dabei die "Liquid Democracy", eine flexible Mischform aus direkter und repräsentativer Demokratie, bei der jeder Bürger seine Stimme beliebig auf andere delegieren und auch jederzeit wieder entziehen kann. Im normalen repräsentativen System wähle man alle vier/fünf Jahre einen Repräsentanten, der dann zu allen Themen für den Wähle abstimme. Bei einer internetbasierten Stimmendelegation könne man sich dagegen entscheiden, ob man selbst abstimmen möchte oder ob die eigene Stimme an jemanden delegiere, der in einem Thema Experte sei. "Jeder Mensch hat dann die freie Wahl, ob er seine Stimme selbst benutzt oder sie vergibt." Weisband kündigte an, diese neue Form der Beteiligung mit einem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Projekt in Schulen weiterzuentwickeln. "Ich möchte mit den Schülerinnen und Schüler die Liquide Democracy erproben." Edelgard Bulmahn zeigte sich offen für neue Formen, an den demokratischen Entscheidungen zu beteiligen. Sie machte gleichzeitig deutlich, dass zur Demokratie nicht nur das Abstimmen oder eine bestimmte Meinungsäußerung gehöre, sondern der Prozess der inhaltlichen Diskussion und das gemeinsame Ergebnis. Das Internet könne diesen Prozess nicht immer bieten. Dem stimmte Marina Weisband ausdrücklich zu. "Ich werde diesen Hinweis bei unserem Projekt in den Schulen berücksichtigen.“
 
In der sich anschließenden Diskussionsrunde mit den Gästen aus dem Publikum wurde schnell deutlich: Demokratie ist ein leidenschaftliches, teilweise hoch emotionales Thema und "ein weites Feld". So wurde die die Frage aufgeworfen, ob wir lieber eine "marktkonforme" oder menschenkonforme Demokratie wollen? Gemeinsam war allen die Sorge um unsere Demokratie und die Gewissheit, dass sie nichts Selbstverständliches sei. Die beiden stellvertretenden Stiftungsvorsitzenden, Leitner und Klant waren am Ende der Diskussion dann auch zufrieden mit dem Ergebnis: "Diese Diskussion war sehr tiefgehend. Sie hat deutlich gemacht, dass sich unsere Demokratie in einem Veränderungsprozess befindet und wichtige Impulse gegeben, wie die dieser Prozess gestaltet werden kann." Damit habe die Stiftung den Anstoß zu einer wichtigen Debatte gegeben. Und das sei, stellten beide fest, auch genau die Aufgabe der Stiftung Rotes Lehmhaus.

Stiftung Rotes Lehmhaus nimmt Arbeit auf

Drei Jahre hat es gedauert, bis die „Stiftung Rotes Lehmhaus“ offiziell genehmigt werden konnte, das deutsche Stiftungsrecht ist kompliziert. Werner Dreyer, Torben Klant, Rolf Herrmann und Bernd Maschke haben die Vorarbeit geleistet. Das Stiftungsvermögen besteht aus dem „Roten Lehmhaus“, dem Haus der SPD, und den Mieteinnahmen. Eigentümer des Hauses war bisher eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die aus 43 Gesellschaftern bestand. Alle Gesellschafter haben auf ihren Anteil am Haus verzichtet und ihn in die Stiftung eingebracht. Nun hat die Stiftung ihre Arbeit aufgenommen, einen Vorstand und ein Kuratorium gebildet. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde Rolf Herrmann gewählt, Bernd Maschke führt den Vorsitz des Kuratoriums. Als Stellvertreterinnen wurden für den Vorstand Heike Leitner und Kirsten Riedel für das Kuratorium gewählt. Torben Klant komplettiert den Vorstand. Inge Woernle, Werner Dreyer und Sören Thoms sind weitere Kuratoriumsmitglieder. Die gemeinnützige Stiftung will es sich zur Aufgabe machen, parteipolitisch unabhängig zur Verbreitung und Vertiefung demokratischer Ideen beizutragen und das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für Gesellschaft und Staat zu fördern. Die Stiftungsgremien werden sich jetzt Förderrichtlinien geben. Herrmann und Maschke freuen sich auf die kommenden Aufgaben: „Wir haben viele Ideen und hoffen, dass auch in der Wunstorfer Bürgerschaft, den Schulen, Vereinen und Initiativen Projekte entstehen, die wir unterstützen können“.

August 2014